Wie visuell ansprechend ist Ihr Video-Erlebnis? Es geht noch besser.

Wie visuell ansprechend ist Ihr Video-Erlebnis? Es geht noch besser.

Das Streamen von Online-Videos hat seit seinen Kindertagen, als wir von briefmarkengroßen eingebetteten Video-Playern (später Flash) auf unserer My Yahoo!-Seite begeistert waren, enorme Fortschritte gemacht. Ein Vergleich mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist unfair – etwa so, als wenn wir ein iPhone mit einem Wählscheibentelefon vergleichen würden. Das heutige Erlebnis der Bereitstellung von 4K- und HD-Online-Video mit adaptiver Bitrate ist in der Regel fantastisch. Und trotzdem können wir dieses Erlebnis immer noch ein wenig verbessern.

Und das hat folgende Gründe: Online-Video ist für einige die primäre Alternative zum klassischen Fernsehen. Für andere wiederum ergänzt es das traditionelle Fernsehprogramm. Und in diesem letzten Satz verbirgt sich, was wirklich wichtig ist. Von Online-Video wird derselbe Standard erwartet wie vom herkömmlichen Fernsehen: kein langes Warten beim Ein- und Umschalten, keine technischen Störungen. Dieses Fernseherlebnis prägt unsere Erfahrung seit mehr als 50 Jahren – ein hoher Standard. Das heutige Online-Video-Erlebnis ist zwar überzeugend, aber es gibt immer noch viel Spielraum für Verbesserungen.

Bausteine: die Online-Video-Fibel

Lassen Sie uns also untersuchen und nachvollziehen, auf welche funktionalen Komponenten wir uns bei der Optimierung des heutigen Video-Erlebnisses konzentrieren müssen. Das mag nicht so witzig sein wie ein klassischer Erklär-Trickfilm (wie Conjunction Junction aus der US-Serie „Schoolhouse Rock“), doch diese Vektoren lassen erkennen, wo der bereits erwähnte Spielraum für Verbesserungen zu finden ist. Wenn Sie sich auf diese konzentrieren, werden Sie beobachten, wie die Wirkung Ihres Video-Angebots zunimmt.

Wie schnell lädt Ihr Video? Dauert es nur Millisekunden, bis die Wiedergabe beginnt? So sollte es sein. Player-Performance und Time-to-First-Frame der Video-Wiedergabe sind von absolut kritischer Bedeutung, um außergewöhnliche Video-Erlebnisse bereitzustellen und Zuschauer zu fesseln. Die branchenführenden Video-Player von heute nutzen optimierten HTML5-Code mit minimalen Cores, die nur laden, was zur Laufzeit absolut erforderlich ist. Mindestens genauso wichtig in der heuten Video-Landschaft sind Media Source Extensions (MSE), die zur optimalen Bereitstellung und Verarbeitung von Formaten wie HLS Optimierungen auf der unteren Ebene ermöglichen. 

Ganz banal ausgedrückt: Verdienen Sie (sofern das Ihre Absicht ist) mit Ihren Videos Geld? Im Wesentlichen muss jeder effiziente Anzeigen-Workflow von heute Player und Bereitstellung nahtlos ineinander integrieren. Zu viele Anzeigen fragmentarisieren selbst das beste Video-Erlebnis. Und wenn Ihre Pre-Roll-Anzeige länger als 5 Sekunden lädt, hält auch die beste Player-Technologie der Welt Ihre Zuschauer nicht bei der Stange. Die serverseitige Anzeigeneinfügung (SSAI, Side Ad Insertion) stellt eine grundlegende Veränderung der Bereitstellung von Online-Video-Anzeigen dar und bietet eine Erfahrung, die in Bezug auf Effizienz, Skalierung und Reaktionsfähigkeit mit Fernsehen vergleichbar ist. Und in einem Punkt ist Online-Video sogar noch besser: Aufgrund der Individualisierbarkeit ermöglicht es gezieltere und auf bestimmte geografische Gebiete gerichtete Anzeigen, die Zuschauern überall bereitgestellt werden können. Das ist es, was Werbekunden wollen. Gleichzeitig ist dies nicht nur eine technische Hürde. Diejenigen, die Geschäfte mit Werbeanzeigen machen, dürfen beim Aufstellen von Regeln für die Monetarisierung die Wirkung der Benutzererfahrung nicht aus den Augen verlieren. Wird die Wiedergabe auch nur um ein paar Sekunden verzögert, um den CPM-Wert zu verbessern, führt dies letzten Endes zur Verringerung der Einnahmen, da Zuschauer vertrieben werden. Die Branche muss diesbezüglich Best Practices etablieren, und sie muss die Reaktionszeiten für den Anzeigenaufruf deutlich reduzieren und die Wirkung auf die Zielgruppe auf effiziente Weise messen.

Wissen Sie, was Ihre Zuschauer erleben, wenn sie Ihre Inhalte konsumieren? Ist die Qualität optimal? Erleben Sie langsam ladende Streams? Wird das Seherlebnis plötzlich unterbrochen? Erkenntnisse über Startzeiten, Neupufferung, Fehler, Bitraten und Wechsel der Wiedergabeversion sind zur Bereitstellung einer tollen Video-Erfahrung enorm wichtig. Es reicht jedoch nicht aus, die Daten zu kennen, sie müssen auch wissen, wie Sie sie wirkungsvoll einsetzen. Die Nutzung und Verwendung dieser Daten, um Player und Video-Bereitstellungssysteme noch intelligenter zu machen, sind von entscheidender Bedeutung. Die Verarbeitung dieser Daten mithilfe von maschinellem Lernen, um eine „magische“ Optimierung Ihrer Streams zu erzielen und das Betrachtererlebnis zu verbessern (und in einigen Fällen gleichzeitig die Kosten zu senken), ist die nächste Stufe der Optimierung im Jahr 2017.

Und nicht zu vergessen: auf die visuelle Qualität kommt es an. In jüngster Zeit scheint sich alles nur noch um 4K zu drehen. Die heutigen H.264-Tools clever und kreativ einzusetzen ist hingegen meiner Meinung nach das, was der verstorbene Steve Jobs als „praktisch magisch“ bezeichnet hätte. Ich ahne schon, was ich jetzt zu hören bekomme: „Matt Smith, Sie sind wohl nicht ganz bei Trost?! Heutzutage ist doch 4K angesagt.“ Sicher, 4K ist hochinteressant. Wer sich zum ersten Mal optimal verarbeitete 4K-Inhalte anschaut, kann gar nicht anders, als davon begeistert zu sein – genauso wie beim ersten HD-Erlebnis. Glauben Sie mir: Ich bin ein großer Fan davon. Zu Hause habe ich zwei 4K-Fernsehgeräte, und was Netflix und Amazon auf diesen Geräten in 4K anbieten, sieht richtig gut aus. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns. Meiner Meinung nach ist der „H.264-Knochen noch längst nicht abgenagt“. Gut produzierte HD-Videos können heute ein visuell gleichwertiges Erlebnis bieten, sodass die meisten Betrachter keinen Unterschied feststellen werden, wenn sie optimiertes HD und 4K nebeneinander sehen. Und wenn Sie die Investitions- und Betriebskosten der Implementierung von 4K Online-Video betrachten und mit den mit H.264 verfügbaren Optimierungsoptionen vergleichen, wird Ihnen die Wahl leicht fallen. Viele haben meiner Ansicht nach AVC schon vorschnell zugunsten eines Hypes mit mehr Sex-Appeal (4K) in die Wüste geschickt, ohne die Kosten und Probleme zu bedenken, die durch die Annahmekurve der neuen Technologie verursacht werden. Bevor wir 4K-Video einem Massenpublikum rentabel anbieten können, muss insbesondere die Hardware vorhanden sein, die auf dem Massenmarkt Decodierung für HEVC unterstützt. Das heißt: Ihr iPhone, Android-Smartphone, iPad, Roku und sonstige Geräte, auf denen Sie Inhalte anschauen, müssen dies auf dem Chip unterstützen. Und die Antwort auf die Frage, ob das schon möglich ist, ist die gleiche, wie wir sie als Kinder von unseren Eltern bekamen, wenn wir auf der Fahrt in den Sommerurlaub fragten „Sind wir schon da?“: nämlich „Nein“.


Hoffentlich konnte ich mit meinen Informationen zu Ihrer Planung für die Video-Innovation im laufenden Jahr 2017 beitragen. Medienunternehmen zu unterstützen und das Benutzererlebnis nachhaltig zu verbessern ist für uns bei Brightcove ein zentrales Anliegen unseres Manifests für Medien. Einer der Gründe, warum ich so begeistert von dieser Branche bin, ist die Tatsache, dass Wandel und Verbesserung unvermeidlich sind. Von Jahr zu Jahr legen wir die Messlatte höher, als wir uns das hätten erträumen lassen, und erreichen Dinge, die wir für unerreichbar hielten. Also auf zu weiteren radikalen Veränderungen im Jahr 2017! Bleiben Sie angeschnallt und halten Sie während der Fahrt nicht die Hände nach draußen.