So haben wir es gemacht: Das Live-Stream-Event „Fernsehstörung“ der Harvard Business School

So haben wir es gemacht: Das Live-Stream-Event „Fernsehstörung“ der Harvard Business School

Brightcove hat vor kurzem an einer Podiumsdiskussion der Harvard Business School teilgenommen, die folgenden Titel trug: „TV, Disrupted: A World of Video Choices Opens Up“ („Fernsehstörung: Eine Welt der Video-Möglichkeiten eröffnet sich“). Dabei wurden die Herausforderungen für Sender, Werbetreibende und Medienunternehmen unter die Lupe genommen, die durch das Eindringen von OTT-Angeboten und anderen aufstrebenden Geschäftsmodellen in die herkömmliche Beziehung zwischen Verbraucher und Betreiber entstehen. Gastgeber und Leiter der Diskussion war der Branchenexperte und HBS-Absolvent Will Richmond (Redakteur und Herausgeber von Videonuze).

Da unser VP of Business Development und Marketing Mike Green auf dem Podium saß und die HBS bei uns um die Ecke liegt, war es uns ein Leichtes, die Veranstaltung mithilfe der Live-Stream-Funktion von Brightcove auch in Echtzeit zu übertragen. Das machen wir bei vielen Veranstaltungen, etwa bei den DrupalCons und bei unserer eigenen Kundenkonferenz PLAY – und unter unseren Kunden wird viel darüber gesprochen (einige Beispiele lesen Sie hier und hier).

Und so haben wir es gemacht:

Als Video Production Manager bei Brightcove beaufsichtige ich alle Video-Produktionen innerhalb des Unternehmens. Mein kleines Team bietet Unterstützung bei der Planung, Erstellung und Bearbeitung fast aller bei uns angefragten Video-Projekte. Und wenn wir etwas nicht selbst übernehmen können, suchen und betreuen wir externe Anbieter im Namen unserer internen Projektbeteiligten.

Nach meiner Erfahrung sind die Vorausplanung und der Rahmen die wichtigsten Bestandteile jedes Video-Projekts. Je besser Sie hinsichtlich der Logistik und den Erwartungen vorbereitet sind, desto einfacher ist die tatsächliche Durchführung des Projekts und desto besser wird das Endprodukt.

Im Vorfeld eines Live-Events stelle ich mir immer folgende Fragen:

  • Worum geht es in diesem Programm?
  • Wie viele Personen werden sprechen?
  • Wie lange wird es dauern?
  • Werden andere Medien genutzt (PowerPoint, Video usw.)?
  • Welche Art von Audio/Video-Ausstattung gibt es vor Ort?
  • Welche EDV-Kapazitäten sind im Raum vorhanden?

Nach Abstimmung mit Green und dem Veranstaltungsteam der HBS hatte ich alle Informationen, die ich brauchte. Nun konnte ich planen, welche Ausrüstung und welches Personal ich einsetzen sollte und welchen Inhalten wir Aufmerksamkeit schenken mussten. In diesem speziellen Fall haben wir den Support der Live-Stream-Produktion selbst übernommen, anstatt alles an eine Produktionsfirma auszulagern. Und da ich über alle Einzelheiten im Voraus informiert war, fühlte ich mich auch wohl dabei.

Bei der HBS-Veranstaltung musste ich die folgenden Aspekte beachten (die im Grunde bei jeder Produktion von Video-Events zu berücksichtigen sind):

Die Aufnahme
Ich wusste, dass wir zwei Kameraleute einsetzen würden: mich und meine Aufnahmeleiterin. Ich entschied mich für zwei Kameras: eine für ein Gesamtbild des Podiums aus weiter Entfernung (Kamera A) und eine für Nahaufnahmen (Kamera B). Ich war verantwortlich für die Aufnahmen mit Kamera A, die ich fast während der gesamten Veranstaltung fixiert ließ. Ich wollte die Hände frei haben, um gegebenenfalls bei der anderen Kamera, beim Ton oder bei der Live-Show helfen zu können. Meine Kollegin übernahm mit Kamera B die Nahaufnahmen und verfolgte jeden, der gerade sprach.

Die Beleuchtung
Ich entschied mich dafür, keine Beleuchtung zur Veranstaltung mitzubringen. Das Spangler Auditorium an der Harvard Business School ist komplett mit guter Beleuchtung und Ton ausgestattet, sodass meines Erachtens bei dieser Veranstaltung für unsere bescheidenen Zwecke ausreichende Beleuchtung vorhanden war.

Der Ton
Da im Spangler Auditorium auch eine komplette Toneinrichtung vorhanden ist, konnten wir uns auf einen der Techniker vor Ort verlassen, den Raum entsprechend einzurichten und die Mikros zu steuern. Aus diesem Grund konnte ich auch auf einen eigenen Tontechniker verzichten und das Mikrofon aus dem Hauptkontrollraum in meine Kamera (Kam. A) einspeisen, um den Ton dann unserem Live-Stream-Publikum bereitzustellen.

Die Bildinhalte
Wir hatten auch Carl Rutman, einen unserer talentierten Solutions Engineers, mitgebracht. Er sollte nicht nur für einen einwandfreien Stream während der gesamten Sendung sorgen, sondern auch die Bildinhalte mithilfe einer kleinen Softwarelösung namens Wirecast von der Firma Telestream hin- und herschalten.

Telestream ist ein wichtiger Partner von Brightcove, und das Vorzeigeprodukt des Unternehmens ist Wirecast, die bevorzugte Anwendung für viele Live-Stream-Produktionen im Internet. In die Anwendung sind spezielle Funktionen für Brightcove Live eingebettet, sodass Rutman eine Umgebung mit vier integrierten Video-Quellen einrichten konnte: die beiden von meinem Team bedienten Kameras, die PowerPoint-Präsentation, die im Raum auf Leinwand dargestellt wurde, und ein kurzes Video, das einer der Moderatoren vorführen wollte.

Der Stream
Um den Live-Stream zu senden, erstellte Rutman ein Event-Profil und kopierte zwei URLs von Brightcove Live in die Wirecast-Vorlage. Er hatte der HBS im Vorfeld einen Einbettungscode zur Verfügung gestellt, damit das Video auf ihre Webseite gestellt werden konnte, und als wir soweit waren, schaltete Rutman die Sendung auf Live und startete Wirecast.

Normalerweise wird dieses Hin- und Herschalten über eine kostspielige Hardwareausrüstung zur Leitung der verschiedenen Quellsignale vorgenommen, bis die kombinierten Signale auf einen Computer mit Wirecast gesendet werden. Um allerdings die Kosten zu senken und unsere bereits bestehende Einrichtung zu nutzen, hat Rutman die Live-Übertragung auf das abgestimmt, was im Auditorium vorging.

Hier ist ein Überblick über die Ausrüstung, die wir verwendet haben, und ein einfaches Schaubild dazu, wie wir alles angeschlossen haben. 

Ausrüstung:

  • 2 Canon C100 (unter Verwendung des Tonsystems vor Ort)
  • 1 Zoomobjektiv 24-70 mm 2.8L
  • 1 Zoomobjektiv 70-200 mm 2.8L
  • 2 HDMI-Kabel (180 cm)
  • 2 HD-SDI-Kabel von Canare (15 m)
  • 2 Atomos-Konverter H2S-HDMI nach HD-SDI
  • 2 UltraStudio Mini Recorder von Blackmagic
  • Laptop mit Telestream Wirecast

Schaubild der Live-Stream-Konfiguration 

Nun könnte man meinen, man müsste auf jeden Fall in eine teure Ausrüstung investieren, aber im Grunde benötigen Sie nur eine Kamera, ein paar Mikrofone und einen Computer, und schon können Sie mithilfe von Brightcove Live Ihr Event streamen.

Mit anderen Worten: In Unternehmen herrscht oft die irrige Annahme, Live-Streaming sei zu komplex oder zu teuer. Viele sind der Ansicht, ihre Aktivitäten seien nicht so bedeutsam, dass die Kosten für den Veranstaltungsort, das technische Personal usw. zu rechtfertigen seien. Dies ist jedoch ganz und gar nicht der Fall. Sie brauchen keinen spektakulären Drehort oder fünf Kameras oder Bill Gates als Hauptredner. Was ich hoffe, Ihnen vermittelt zu haben, ist, dass es durchaus möglich ist, mit anderen Personen in Echtzeit in einen Dialog zu treten, wie in einer Live-Fragerunde oder indem Sie Firmenkommunikation live betreiben. Was ich oben beschrieben habe, ist bei weitem nicht der einzige Weg. Mit entsprechender Motivation, ein bisschen Training und der geeigneten Ausrüstung finden Sie die richtige Mischung für einen erfolgreichen Live-Stream.

Erleben Sie Brightcove Lösungen in Aktion.