Sind cloudbasierte Streaming-Services wirklich die einzige Alternative zum Kabelanschluss?

Sind cloudbasierte Streaming-Services wirklich die einzige Alternative zum Kabelanschluss?

Letzte Woche gab Sony Details des neuen cloudbasierten Streaming Service, PlayStation Vue, bekannt – ein reines Internet TV-Paket, das als Ersatzangebot zum Kabel- oder Satellitenfernsehen entwickelt wurde. Vor diesem Hintergrund stellt sich nun jedermann die Frage: Werden cloudbasierte TV-Dienste das derzeitige Modell der Kabelbetreiber irgendwann ersetzen?

Der Übergang zur Cloud beim Video-Streaming hat umfassende Änderungen für professionelle Lösungen verursacht, die aus der ursprünglichen reinen Chance bereits einen Trend bei den digitalen TV-Diensten gemacht haben (auch wenn einige das Ganze eher als Experiment bezeichnen).

Auf der diesjährigen IBC haben wir unsere Studie veröffentlicht, die sich mit den Erlebnissen und Erwartungen der heutigen vernetzten Verbraucher mit und an Video on Demand (VOD)-Inhalten beschäftigt. Wir stellten fest, dass die Erwartungshaltungen der Konsumenten an ihr VOD-Erlebnis heute höher sind, als je zuvor. Laut den Ergebnissen gaben fast drei Viertel der Konsumenten (72 Prozent) an, dass sie sich eher für VOD-Inhalte an Stelle von linearem TV entscheiden würden, weil sie diese jederzeit und unabhängig vom Standort ansehen können. Daraus lässt sich ableiten, dass der Vorteil von VOD-Inhalten dazu führt, dass Verbraucher die Inhalte häufiger und auf unterschiedlichen Geräten anschauen. Darüber hinaus überlegen Konsumenten immer häufiger, Fernsehen auf Abruf dem herkömmlichen TV vorzuziehen.

VOD Content-Plattformen, wie zum Beispiel Netflix und BBC iPlayer, haben den Konsumenten das Konzept „Schauen zu jeder Zeit“ näher gebracht, und es hat bereits einen signifikanten Einfluss auf ihre TV-Sehgewohnheiten. Der Studie zufolge schaut die Hälfte der Befragten mindestens einmal pro Woche VOD-Inhalte, und 41 Prozent nutzen VOD mindestens zwei Mal pro Woche. Vielleicht ist die PlayStation Vue der Impuls, den die Cloud-Industrie benötigt, um die Gunst der Verbraucher für cloudbasierte TV-Streaming-Services zu steigern.

Cloudbasiertes TV, der Zugang zur Cross-Plattform
Im Zuge unserer Studie im Bereich VOD konnten wir auch belegen, dass 20 Prozent der Teilnehmer die Verfügbarkeit von VOD-Inhalten auf allen Geräten erwartet. 40 Prozent der VOD- Zuschauer sehen sich eher Internetvideos auf Smart Devices an – einschließlich Spielekonsolen, Tablets, Smartphones und Smart TVs. Mit der PlayStation Vue, ursprünglich Anfang des Jahres auf der CES angekündigt, die aus der Spielekonsole heraus ihren Weg in die Branche gefunden hat und im Laufe des nächsten Jahres auch auf dem iPad sowie anderen Sony/nicht-Sony Geräten zu finden sein wird, hat das Unternehmen sein Augenmerk eindeutig auch auf diese steigende Nachfrage gerichtet.

Vielversprechende Aussichten für das neue TV-Zeitalter
Während cloudbasierte Streaming-Dienste dem Verbraucher TV auf Abruf liefern, hat die zunehmende Popularität auch Auswirkungen auf die Zukunft von Rundfunkanstalten und der herkömmlichen „Flimmerkiste“.

Die Abkehr vom TV als Hauptübertragungsgerät hat mit zunehmender Akzeptanz von mobilen Geräten, die Inhalte ganz nach Belieben liefern, bereits begonnen. Diese langsame Verlagerung weg vom Fernsehen hat den Druck auf die Rundfunkanstalten erhöht und sie gezwungen, sich an diese neue Welt der „Auf-Abruf“- und „Später gucken“-Services anzupassen. Dies ist notwendig, um mit den neuen Erwartungen der Zielgruppe Schritt halten zu können.

Es besteht kein Zweifel, dass cloudbasierte TV-Services, wie zum Beispiel die PlayStation Vue, das herkömmliche Konzept des Fernsehens verändern werden. Auch wenn es das Online-TV bereits schon weit gebracht hat, müssen noch Verbesserungen sowohl bei der Technik – wie eine schnellere und bessere Videoqualität auf allen Geräten – als auch bei den Geschäftsmodellen erfolgen, bevor VOD das herkömmliche Kabel-Abonnement ein für alle Mal ersetzen kann.