Neuer Trend: Dual-Screen-Content-Apps - ein Marktüberblick

Neuer Trend: Dual-Screen-Content-Apps - ein Marktüberblick

Sogenannte „Dual-Screen“-Apps werden immer mehr auch in Deutschland zum Thema – und es gibt tatsächlich einige Gründe, warum sich Entscheider aus der digitalen Branche hierzulande mit diesem neuen Trend auseinandersetzen sollten. Denn die weiter zunehmende Nutzung mobiler Geräte wird ganz sicher die Art und Weise, wie Verbraucher künftig mit digitalen Inhalten umgehen, stark beeinflussen und neue interessante Monetarisierungsmöglichkeiten schaffen. Aber welche Arten von Dual-Screen-Apps gibt es und wie kann diese Technologie neue Anwendungsszenarien unterstützen?

Multi-Screen-Nutzer: Chance oder Bedrohung?
Macht man sich über die genaue Begriffsklärung Gedanken, sind in der Regel mit Dual-Screen-Anwendungen Szenarien gemeint, in denen ein Verbraucher zwei Bildschirme gleichzeitig nutzt. Im häufigsten Fall handelt es sich hierbei um einen Fernseher und ein mobiles Gerät wie ein Tablet oder Smartphone. Laut einer aktuellen Google-Studie nutzen bereits ca. 77 Prozent der Verbraucher, während sie fernsehen, gleichzeitig auch ein zweites Gerät.

Einige dieser Nutzer beschäftigen sich dabei wirklich intensiv mit beiden Bildschirmen und twittern z. B. über ihr Smartphone Echtzeit-Kommentare zum Fernsehprogramm, das sie sich gerade anschauen. Ein größerer Teil der Nutzer legt allerdings eine eher passive Multi-Tasking-Aufmerksamkeit an den Tag: Sie schauen während des Fernsehens ganz nebenbei etwa neueste Bilder von Freunden auf Facebook an. Das erste Szenario ist eine geradezu optimale Ausgangssituation für Content-Publisher, das zweite leider nicht.

Natürlich liegt es im genuinen Interesse von Contentherausgebern, dass ihr Publikum nicht übermäßig abgelenkt ist. Daher stellen Dual-Screen-Apps eine perfekte Möglichkeit dar, das Interesse dieser ‚Nebenbei‘-Nutzer aktiv zurückzuerobern und diese Aufmerksamkeit dabei gleichzeitig auch auf eine für den Contentanbieter rentable Weise zu lenken. So können sie über den zweiten Screen zum laufenden Fernsehprogramm passende Hintergrundinformationen, entsprechende Werbeangebote oder sogenannte ‚Call-to-Action‘-Aktionen anbieten. Dies sind genau die Nutzererfahrungen, die zukünftig radikal die Art und Weise wie Verbraucher Inhalte konsumieren, verändern werden.

Neue Technologie und Startups
Neue Möglichkeiten schaffen auch neuen Wettbewerb. Im Dual-Screen-Umfeld beziehen daher bereits sowohl Startups als auch Tech-Riesen Stellung, um von den neuen Möglichkeiten zu profitieren. Wir unterscheiden hierbei grob zwei Kategorien:

  • „Social-Aggregatoren“ von Dual-Screen-Inhalten: Firmen wie GetGlue, Shazam, Zeebox und Sidecastr haben alle bereits Apps entwickelt, die erkennen, welches Programm ein Nutzer gerade im Fernsehen anschaut, und präsentieren auf dem mobilen Endgerät entsprechende Social-Media- oder andere Contentangebote. Sie möchten so eine ausreichend große Zielgruppe ansprechen, um für Werbekunden, die genau solche Nutzer ansprechen wollen, interessant zu werden.
  • Plattformanbieter: Apple, Google und Microsoft machen ihre Plattformen bereits „Dual-Screen“-fähig. Denn aus Sicht von Plattformanbietern stellen inhaltsorientierte Apps wesentliche Entscheidungsfaktoren im generellen Wettbewerb um die Plattformüberlegenheit dar. Auch Unterhaltungselektronik-Giganten wie Samsung, Sony und LG mischen in diesem Bereich mit.

Es ist noch längst nicht klar, welche der beiden Gruppen am Ende erfolgreich sein wird. Wenn auch aus der Erfahrung heraus gerade bei Entwicklungen, die mit grundlegenden Technologiearchitekturen zu tun haben, am Ende meist die Plattformen die Nase vorn haben.

Gelingt es, eine große Anzahl von Entwicklern in die Lage zu versetzen, vertikale oder anwendungsspezifische Dual-Screen-Apps zu entwickeln, werden einzelne Anbieter, die versuchen dies aus eigener Kraft zu tun, mit Sicherheit durch die nachfolgenden Netzwerkeffekte überfordert sein. Solange kein Sieger feststeht, hat sich Brightcove zum Ziel gesetzt, seine Kunden bei der Bewältigung dieser neuen Dual-Screen-Herausforderung tatkräftig zu unterstützen und Lösungen bereitzustellen, mit denen sich die Technologieplattformen, die heute zählen, zuverlässig erreichen lassen.

Brightcove wird zukünftig auch weiterhin einen Blick darauf haben, wie sich der Trend entwickelt und welche der Technologien die aus unserer Sicht vier wichtigsten Erfolgsfaktoren im Einzelnen umsetzen:

  • Technologische Grundlage: Möglichkeiten und natürliche Grenzen der Technologien im Hinblick auf Dual-Screen-Anwendungen
  • Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität der untersuchten Technologien: Wie einfach lassen sich diese aus Verbrauchersicht anwenden?
  • Interoperabilität: Wie kompatibel sind die einzelnen Technologien mit existierender Infrastruktur (z. B. Fernsehgeräten oder Set-Top-Boxen) und bestehenden Standards?
  • Befähigung von Entwicklern: Welche Technologieplattform befähigt Entwickler und Partner, das angebundene Ökosystem weiter auszubauen und so die notwendigen Netzwerkeffekte zu schaffen, welche die Einführung im Markt unterstützen und gleichzeitig den Zugang zum Markt für Wettbewerber einschränken?